Streit um den Rathausmann

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Wien: Das Stadtparlament wird entweder für drei Monate ohne seinen Rathausmann oder mit einem Ersatz auskommen müsse. Nix genaues weiß man nicht.

Den Stein ins rollen gebracht hatte, wenn auch unbeabsichtigt, die Wiener ÖVP. Die 8 Versprengten hatten bei einer Gemeinderatssitzung im September des Vorjahres eine Anfrage betreffs des Rathausmannes eingebracht. Namentlich sorgen sich die konservativen um den Konservierungszustand der ritterlichen Figur. Nun, drei Expertengutachten später, soll der Rathausmann zur Überholung abmontiert werden. Obschon der alte Ritter bis Ende Oktober wieder im Dienst sein wird, ist nun eine ebenso hitzige wie unnötige Debatte darüber entbrannt, ob und gegebenenfalls womit er substituiert werden könnte.

In der FPÖ scheinen die Überlegungen dazu am weitesten fortgeschritten. Der schwer beschäftigte Vizebürgermeister Johann Gudenus präsentierte gestern Abend im Rahmen eines Empfanges im Böhmischen Prater eine Konzeptstudie.

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Gudenus dazu in seine Ansprache:

„Unser Ritter steht für eine Verbindung von Moderne und Traditiaun. Es mag durchaus als Bäläg dafür härhalten, dass in unserem Volke in jädem ein Rathausmann steckt, der auch anders kann, ein Rathausmann, der sich nicht auf den Kopf gacken lässt, ein Rathausmann, der vielleicht nicht immer so ein guter Lodsch ist.“

Die Konzeptstudie des FPÖ-Rathausmannes kann beim Lokal „Biestadl“ im böhmischen Prater vom Volke besichtigt werden.

Die Wiener Grünen setzen sich überraschenderweise für eine Skulptur von Kaspanaze Simma als Ersatz für den Rathausmann ein.

Der zufällig im Böhmischen Prater anwesende Peter Pilz protestierte lauthals gegen die Figur, in der er eine Ähnlichkeit mit dem Familienwappen derer von Gudenus erkannt haben wollte.

Wappen derer von Gudenus Bild: Wikimedia Commons

Beate Meinl-Reisinger (NEOS) plädierte für einen dauerhaften Ersatz des Rathausmannes durch einen Bullen und einen Bären.

Die Wiener SPÖ scheint sich an dem sommerlichen Geplänkel nicht beteiligen zu wollen. Michael Häupl ließ zu dieser Sache verlauten, es sei weniger wichtig wer auf dem Rathaus steht, als wer im Rathaus sitzt. Sitzen könne er übrigens besonders gut.

 

One Reply to “Streit um den Rathausmann”

  1. Ausgezeichnete Satiren. Verdienen mehr Aufmerksamkeit und einer besseren Verbreitung. Denke da an Facebook.

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