Alte Donau: Penisfische greifen an!

Wien – Seit einigen Tagen flüchten gehäuft männliche Badegäste aus dem kühlenden Nass, wobei sie sich kreischend an den Schritt fassen. Die brüllenden Männer wurden ins AKH verfrachtet, wo sie aufgrund ihrer offenbar unerträglichen Schmerzen erst einmal in künstlichen Tiefschlaf versetzt wurden. Zunächst stand man vor einem Rätsel, es schien aber so, als hätten die betroffenen „Herren“ alle kurz vor Beginn ihres Martyriums ins Wasser uriniert. Nun ist man in der Abteilung für Tropenkrankheiten dem Urheber der abartigen Schmerzen auf die Spur gekommen.

Vandellia plazaii und Vandellia cirrhosa
Bild: wikimedia commons

Verursacher der Schmerzen sind in allen Fällen die beiden zur Familie der Schmerlenwelse gehörenden Arten Vandellia Plazaii und Vandellia Ciirrhosa, die auch als Harnröhrenwelse bezeichnet werden. Diese Welse haben die unangenehme Eigenschaft, insbesondere bei ins Wasser urinierenden Menschen via Harnröhre in die Blase einzudringen, sich dort mit ihren Kieferwerkzeugen zu verhaken, um dann dortselbst zu verenden. Die sterblichen Überreste des Satansfisches müssen operativ entfernt werden, andernfalls droht der Sensenmann, oder schlimmstenfalls sogar die Penisamputation.

Auf Nachfrage von NOT erklärt uns der Ichthyologe Prof. Ignazius Pfortenhauer Sachlage:

„Den beiden im Amazonasbecken beheimateten Arten begegnen die einheimischen Fischer durch präventives Abbinden ihrer Penisse.“

NOT: „Wie kommen diese Welse überhaupt in die Alte Donau?“

Prof. Pfortenhauer: „Offenbar wurden sie von verantwortungslosen Aquarianern freigesetzt. Unsere zunehmend wärmeren Winter begünstigen dann die Ausbreitung solcher tropischen Arten“

NOT: „Wie unterscheiden sich denn die beiden Arten?“

Vandellia Cirrhosa
Bild: wikimedia commons

Prof. Pfortenhauer: „Vandellia Cirrhosa, bei den Indios auch als Candiru bekannt, ist für die Mehrzahl der Fälle verantwortlich. Der deutlich größere Vandellia Plazaii schwimmt nur in extrem große Geschlechsapparate und verursacht dort extrem große Schmerzen. Dabei sollen bereits die Leiden, welche die kleinere der beiden Arten verursacht, den Geburtsschmerz bei weitem übertreffen“

In den Bädern an der Alten Donau wird lediglich bei Durchsagen empfohlen, nicht ins Wasser zu urinieren und, wenn möglich, eine Armeslänge Abstand zu den Fischerln zu halten. Die für das Gewässer zuständige Magistratsabteilung 08/15 denkt nicht an eine Bekämpfung des Fisches, sondern erhofft sich vielmehr vom Auftreten des Neueinwanderers eine Verbesserung der Wasserqualität.