Strukturwandel beim Geschäft mit dem Rauch

Mit der am 1. Oktober 2017 erfolgten achten Erhöhung der Zigarettenpreise in diesem Jahr scheinen unsere Staatenlenker nun einen kritischen Punkt überschritten zu haben.

Wie das NOT dank jahrelanger persönlicher Kontakte zu Beamten des Suchtgiftdezernats in Erfahrung bringen konnte, mehren sich Fälle aufgedeckten illegalen Tabakanbaus exponentiell.

 

Major Hobdy Beimgrawattl, unser Kontaktmann im Sicherheitsbüro dazu in einem Gespräch mit dem NOT:

NOT: Herr Major Beimgrawattl, was waren die ersten Anzeichen für den Strukturwandel in der Rauchgiftbranche?

Maj.Beimgrawattl: Anfangs handelte es sich nur um Subsistenzwirtschaft. Die Szene scheint nun zu expandieren. Wir greifen in letzter Zeit durchaus ganz professionell agierende Täterringe auf.

NOT: Wie erklären Sie sich die steigende Zahl dieser Delikte?

Maj.Beimgrawattl: Eine vom Innenministerium in Auftrag gegebene, groß angelegte Studie geht von einer indirekt proportionalen Entwicklung von Zigarettenpreisen einerseits und dem Durchschnittseinkommen andererseits aus.

NOT: Was bedeutet das?

Maj.Beimgrawattl: Die Tschik san oaschteuer.

 

Doch wie sieht dieser Strukturwandel in der Praxis aus? Lokalaugenschein in einem bekannten GrowShop im zweiten Bezirk:

Alles muß raus: Groshops

NOT trifft in dem 21000m2 großen Geschäft den Verkäufer Marlon C., der, unter schweißtriefenden Dreadlocks ächzend, gerade die letzten Haschpflanzen in die Biotonne stopft, um sie durch edle Burley- und Virginiastauden zu ersetzen.

„Die Zeiten, in denen es sich Homegrower leisten konnten, mit teurem Strom billiges Unkraut zu beleuchten, sind vorbei. Das leben ist ein Fluss.“, erzählt er mit brechender Stimme.

Das billige Unkraut: Cannabis
Bild: Wikimedia Commons

Wir besuchen die versierten Homegrower Kevin und Marcel in ihrem Growkeller in einem gutbürgerlichen Wohnhaus auf der Wieden.

Die beiden Entrepreneure, die äußerlich ein klein wenig an Beavis und Butthead erinnern, erklären uns den Sachverhalt.

Marcel: „Wir sind draufgekommen, dass es für uns günstiger ist, auf Tabak umzusteigen. Auf der Schwedenbrücke kannst dich für den Gegenwert von einem Packerl Tschik drei Tage einpuffen, das ist der ultimative Break-even, Oida!“

Cashcow: Tabak

Kevin weiht uns in die Details ihres semiprofessionellen Geschäftsmodells ein:

„Oida, die großen, schönen Tabakblattln werden auf den Schenkeln unserer Hausmeisterin, Fr. Sokol, zu edlen Zigarren in den Formaten Corona, Robusto und Churchill veredelt, je nach Tagesform von der alten Sokol. Die mittlere Qualität verwuzeln wir selber und den ganzen Stengel- und Blattrippenschas vechecken wir gefriergetrocknet als expandet tobacco an Phillip Morris. Die machen Chesterfield daraus, Oida!“